Beim Prüfen meiner Fernseh-Links oben rechts bin ich über die neue DSF-Seite gestolpert. Ein Alptraum in Flash, in dessen Menüleiste man dann neben “Bundesliga”, “Hattrick – 2. Liga”, “Doppelpass”, “Motor” und “Poker” im Bereich Sport (!) erfreulicherweise auch wieder etwas zur 2. Eishockey-Bundesliga findet.

Als erste gute Nachricht kann vermeldet werden, dass das DSF auch in dieser Saison wieder ein halbstündiges Magazin ausstrahlt, und zwar Sonntags um 17 Uhr. Man erfährt auch gleich etwas zum neuen Modus des Unterhauses, der sich offenbar sehr stark an die DEL anlehnt:

Die 2. Eishockey-Bundesliga im DSF: Auch in der Saison 2008/09 berichtet das DSF in einem halbstündigen Magazin jede Woche von den Spielen des jeweils aktuellen Spieltages. Mit dabei sind Traditionsclubs wie der SC Riessersee, die Landshut Cannibals oder der Schwenninger ERC. Ab diesem Jahr spielen 13 statt wie bisher 14 Mannschaften in der Liga, für die zunächst eine Doppelrunde mit 48 Spielen pro Verein ansteht. Wie in der DEL wird ab diesem Jahr mit Pre-Playoffs gespielt. Das heißt die ersten sechs Mannschaften der Doppelrunde qualifizieren sich direkt für die Play-Offs, die Vereine auf den Plätzen sieben bis zehn spielen in einer Best-of-three-Serie zwei weitere Play-Off-Teilnehmer aus und die Mannschaften auf den Plätzen elf bis 13 ermitteln einen Absteiger in die Oberliga.

Die zweite gute Nachricht lautet, dass es jetzt analog zum DEL.TV für die DEL Berichte in Bild und Ton von der 2. Liga gibt, eben auf DSF.de, das sich dem anhaltenden Trend namens Videoportal wohl nicht länger verschliessen wollte. In diesem Fall nehme ich das erfreut zur Kenntnis.

Ich habe mich gestern abend dabei erwischt, wie ich die Sportschau gesehen habe. Die Sendung, in der es nur um den DFB-Pokal ging. Fußball. Mag ich doch eigentlich garnicht. Ist die Sommerpause mir jetzt schon so auf’s Gemüt geschlagen, dass ich mich mit irgendeiner Mannschaftssportart zufrieden gebe? Naja, ab und an muss man halt auch mal über den Tellerrand schauen und dabei fiel mir auf, warum der DEB-Pokal zum scheitern verurteilt sein könnte.

Nein, es liegt nicht nur an den unattraktiven Dienstagsterminen, zu denen der Pokal üblicherweise stattfindet. Es liegt nicht nur daran, dass die Underdogs eigentlich nicht über die 1. Runde hinauskommen können, weil die Leistungskluft zwischen DEL und Oberliga einfach schon gigantisch ist. Es liegt nicht nur an der Übersättigung, die durch diese paar Spiele plus fast 60 Saisonspiele entsteht. Naja gut, irgendwie doch auch, denn es fehlt das Besondere. Das, was den Pokal im Fußball zum Mythos macht und zu einem anerkannten und durch alle Ligen hindurch ernstgenommen Wettbewerb.

Im Fußball gibt es 34 Spieltage an dessen Ende die Meisterschaft steht. Die Spiele enden für die Vereine mit einem Sieg, einer Niederlage oder – einem Unentschieden. Im Pokal ist das anders, dort muss es einen Sieger geben, der in die nächste Runde einzieht und dieser Sieger wird ermittelt durch Verlängerung oder gar Elfmeterschiessen. Das ist etwas ganz anderes als im Ligaalltag, das ist neu, das ist spannend, das ist interessant. Das gibt es sonst nur bei Europa- oder Weltmeisterschaften. Im Clubfußball bestenfalls noch in den späteren Runden der internationalen Wettbewerbe. Und im DFB-Pokal gibt es diese Spannung dann für alle – auch die kleinen Vereine, die niemals auch nur an internationalen Wettbewerben schnuppern werden – im Schnitt einmal in eineinhalb Monaten.

Ganz anders im Eishockey. Verlängerung? Penaltyschiessen? Kennen wir zu Genüge aus der regulären Saison. Spiele die unentschieden enden? Gibt es nicht, auch wenn es sich manchmal so anfühlt und vielleicht auch verdient wäre, aber die Punkteteilung ist immer vorhanden. Im Pokal gibt es also dieselbe Einheitskost wie im Ligaalltag – keinerlei Abwechslung.

Vielleicht sollte man das Penaltyschiessen im Pokal – analog zu den Playoffs ab der kommenden Saison – abschaffen und so einen Hauch der besten Jahreszeit im Eishockey in die reguläre Saison einziehen lassen. Aber ich höre alle Verantwortlichen schon im Chor schreien: DIE MEHRBELASTUNG! Und wenn man das alles konsequent durchdenkt, kommt man zu dem Schluss, dass der aktuelle Spielmodus in der DEL dringend einer Überarbeitung bedarf. So wird es vermutlich eh kommen zur Saison 2008/2009, wenn die Liga endlich 16 Teams haben wird. Und dann sollten die Verantwortlichen auch darüber nachdenken, wie man im harten Ligaalltag einen attraktiven Platz und Modus für den DEB-Pokal findet. Verdient hat er es.

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