Fangen wir an mit einem kleinen Quiz: Welcher Deutsche hat zuletzt in der tschechischen Liga gespielt? Ich würde mal blind auf den Wandervogel Jan Benda tippen. Vieles, was der Ex-Hamburger Martin Walter im SPOX-Interview über sein Engagement beim tschechischen Verein HC Litinov erzählt, erinnerte mich an eben diesen Jan Benda. Interessant ist die Perspektive aus einer europäischen Liga auf jeden Fall:

SPOX: Was ist Ihnen außerdem in den letzten Monaten aufgefallen?

Walter: In Tschechien gibt’s nur arm oder reich. Oder du bist Sportler. Es gibt viel Neid. Und gerade als Deutscher steht man unter besonderer Beobachtung. Als Ausländer musst du hier einfach besser spielen als ein Einheimischer – sonst hast du keine Chance. Und das ist richtig so. Nur in Deutschland ist das ja anders.

SPOX: Was meinen Sie damit?

Walter: Ein kanadischer Trainer holt seine Kanadier nach Deutschland. Und wenn die schlecht spielen, dann hält der Trainer trotzdem an denen fest. Warum das so ist, kann sich ja jeder denken. Und das ist fast überall so in Deutschland.

[...]

SPOX: Was sind die größten Unterschiede zwischen DEL und Extraliga?

Walter: Es ist ganz anderes Eishockey. Es wird immer erzählt, dass in Deutschland härter gespielt wird. Aber das ist totaler Quatsch. In Tschechien wird technisch anspruchsvoller gespielt und genauso hart. Kurzum: Es ist besser!

… Spieltage der Haie, bis diese schreckliche Saison endlich vorbei ist? Ja, auch richtig werter Leser, aber davon erlebe ich nur noch einen. Denn am Samstag geht’s für den hockeyblogger in aller Frühe erstmal nach Amsterdam und von dort aus weiter… nach New York!

Und was tut man da? Natürlich Eishockey gucken. Also so richtiges, tolles, qualitativ hochwertiges Eishockey in der besten Liga der Welt. Vier Spiele in einer Woche habe ich auf dem Programm:

  • 28.2. New York Rangers – Colorado Avalanche
  • 1.3. New Jersey Devils – Philadelphia Flyers
  • 2.3. New York Islanders – Colorado Avalanche
  • 5.3. New York Islanders – New York Rangers

Bei Spiel eins fiel die Wahl natürlich auf “meine” Avs, auch wenn am selben Tag noch FLA@NJ (zu früh) und BUF@NYI spielen. Das wird allerdings auch eng, Landung ist um ca. 3 Uhr, dann auschecken, zum Hotel, dort einchecken, dann den Fußweg von ca. 1 Kilometer zum Madison Square Garden bestreiten und hoffentlich noch Karten kriegen. Das alles in vier Stunden, drückt mir die Daumen ;)

Das Spiel am 7.3. NJ@NYI entfällt leider wegen Kollision mit dem Rückflug.

Wodrauf ich mich eishockeytechnisch freue:

  • - Die Rangers mit Tortorella als neuem Coach
  • - die eventuelle Rückkehr von Sean Avery zu den Rangers
  • - Die Rückkehr vom Martin Brodeur (schon heute Nacht im Spiel gegen die Avs)
  • - Natürlich “meine” Avs, inkl. dem endlich wieder genesenen Paul Stastny, leider weiterhin ohne Joe Sakic
  • - Reebok NHL Store und vielleicht schau ich mir ja auch mal das NHL Headquarter an

Und auch abseits vom Hockey sollte New York genug zu bieten haben, um mich an den anderen Tagen auf Trab zu halten.

Natürlich werde ich auch meine Leser hier nicht vergessen. Sofern ich Internetzugang finde, werde ich hier einigermassen regelmäßig Bericht erstatten, inkl. Fotos (Plugin NextGEN Gallery von Alex Rabe ist frisch installiert und nach Tests für gut befunden).

Für kurze Nachrichten werde ich meinen neuen Twitter-Feed unten in der rechten Sidebar benutzen.

Jetzt hab ich hier also schon zwei Artikel zum DEB-Pokal und dem Umgang der Verantwortlichen mit dem selben geschrieben, da setzen die dem Ganzen Theater nochmal dir Krone drauf. Die Braunschweiger Allgemeine schreibt, dass sich der Pokalsieg für die Grizzly Adams nach Abzug der Siegprämien nicht weiter rentiert. Die Wolfsburger erhielten nichtmal die Hälfte des Preisgeldes der vergangenen Jahre:

Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga, erklärt das Problem wie folgt: In den Vorjahren zahlte jeder teilnehmende Klub ein Startgeld in Höhe von 1000 Euro. Bei 32 Klubs befanden sich dann 32 000 Euro im Pott. 30 000 davon wurden an die Finalisten ausgeschüttet. Der Rest ging für Spesen und andere Ausgaben wie Medaillen drauf. In diesem Jahr planten die Verantwortlichen jedoch anders. “Erstmals sollte eine Vermarktungsagentur aus Augsburg den Pokal vermarkten. Die Sponsorengelder sollten anteilig unter den Finalisten aufgeteilt werden”, sagt Tripcke. Der Versuch schlug fehl, die Einnahmen waren gleich null.

Kurzfristig probierten Tripcke und Co., zur alten Antrittsgeld-Regelung zurückzukehren. So stellte die DEL 16 000 Euro für ihre 16 Klubs bereit. Die ESBG, in der die Klubs der 2. Liga und Oberliga organisiert sind, weigerten sich jedoch, nachträglich zu bezahlen – es fehlten 16 000 Euro im Vergleich zu 2008.

Erschreckend hieran ist, dass sich die ESBG-Clubs, die eigentlich am meisten vom Pokal profitieren, verweigerten. Aber vermutlich war das ganz so kurzfristig, dass kein ESBG-Verein mehr im Wettbewerb war und dann greift im deutschen Eishockey das kurzsichtige Prinzip: “Wovon ich keinen (direkten) Vorteil habe, das mach ich nicht”.

Und das mit der Vermarktungsagentur war… ähm ja… das war dann wohl der Totalgriff ins Klo. Fragt sich eben nur noch, ob die Agentur unfähig war oder der Pokal nicht zu vermarkten ist. Aber besteht gutes Marketing nicht auch darin, schwer an den Mann zu bringende Produkte zu verkaufen?

Also zuallererstmal: Herzlichen Glückwunsch den Grizzly Adams Wolfsburg zum Gewinn des DEB-Pokals.

Absolut verdient, zwei Drittel das wesentlich bessere Team, Hannover ist erst im letzten Driittel richtig aufgewacht. Die Scorpions straucheln also weiter, haben nebenbei noch die Tabellenführung in der Liga an die Eisbären verloren – und damit auch erstmal die Chance zur Qualifikation für die Champions Hockey League, wie Hans Zach nach dem Spiel richtig anmerkte. Und seinen Mannen macht er zur Zeit nicht gerade Mut: wenn sie so weiter spielten, werden sie die erste Playoff-Runde nicht überstehen.

Spox hat nach dem guten Vorbericht – zumindest für die Wolfsburger Seite – natürlich auch einen Spielbericht und dort heisst es am Ende:

Pokal-Wettbewerb vor dem Aus?

Der Pokal steht derweil vor einer ungewissen Zukunft.

Angesichts des durch die Olympia-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft engen Terminplans droht in der kommenden Saison das vorübergehende Aus für den Wettbewerb, der ohnehin auf wenig Gegenliebe bei den Vereinen stößt. Am 3. März wollen die DEL-Gesellschafter darüber beraten.

Ich hatte es ja heute schonmal angesprochen, das wäre wirklich schade. Im Jahr der WM im eigenen Land und der olympischen Spiele wäre es aber irgendwie auch verständlich. Ich würde mir dann in der übernächsten Saison einen gut durchdachten Neu-Anfang wünschen.

Erinnert sich noch jemand an den Mini-Goalie-Spit von McDonalds aus dem letzten Jahr? Wenn nicht, schnell hier anschauen (und den anderen genialen Spot auch!).

Eventuell hat sich EA Sports hier auch inspirieren lassen für die Mini-Goalies in ihrem 3on3 Arcade Game für die XBox360, die Moves und der Spass sind auf jeden Fall recht ähnlich.

Dieses Jahr präsentiert uns McDonalds einen neuen Spot, diesmal allerdings mit einem Feldspieler. Daher auch niht ganz so lustig, wie ich finde. Aber vorenthalten will ich ihn euch dennoch nicht.

Gerade in eine Forum gelesen: Nach Barry Melrose (Tampa Bay), Craig Hartsburg (Ottawa) und Michel Therien (Pittsburgh) haben die Rangers mit Tom Renney nun den letzten Coach, der sein Team zu Saisonbeginn in Europa betreute, vor die Türe gesetzt. Da kann man sich ja schonmal die Frage stellen, wodran das wohl liegen mag? Zuviel bei europäischen Coaches spioniert? Oder liegt’s garnicht am Coach, sondern “verdirbt” dieser Europa-Trip irgendetwas im Team? Ich werd nächste Saison mal ein Auge drauf haben, wie sich die Red Wings, Blues, Blackhawks und Panthers nach ihren Auftritten in Stockholm und Helsinki schlagen.

Ich weiss ja nicht, wie und ob sich die DEB-Verantwortlichen Gedanken um den DEB-Pokal machen. Immerhin hat man ja grade dieses so gut wie ausverkaufte Eröffnungsspiel der Eishockey-WM 2010 zu feiern und die Playoffs in den Ligen stehen kurz bevor usw. Aber irgendwas muss mal passieren, damit das Teil erfolgreicher wird.

Ich persönlich bin ja eigentlich ziemlicher Fan des Pokals, es ist eine tolle Sache, wenn die Kleinen mal gegen die Großen randürfen oder ein Team, das in der Saison eher wenig reisst um einen Titel spielen kann. Nur vermarktungstechnisch macht das alles keinen Sinn und da ist nicht nur der Verband gefragt, sondern auch die höchste Spielklasse namens DEL.

Heute abend findet also das Pokalspiel zwischen den Grizzly Adams Wolfsburg und den Hannover Scorpions statt. Das größte Glück für alle ist wohl der Derby-Charakter, das zieht nochmal extra Zuschauer. Aber was genau haben Verband und Liga eigentlich getan, um dieses Finale (!!) in die Öffentlichkeit zu transportieren? Mir fällt nichts, aber auch garnichts ein. Lediglich auf del.org gibt es seit gestern einen Hinweis zum Spiel. Zu allem Überfluss hat die Liga aber noch zwei Ligaspiele angesetzt, die parallel laufen (na gut, eine halbe Stunde zeitversetzt, weil das Pokalfinale schon um 19 Uhr startet).

Alexander Brandt von der Eishockey NEWS schreibt dazu in seiner Kolumne “übertriebene Härte”:

Bis auf Niedersachsen, da steht nämlich das Pokalfinale an. Richtig, den Pokal gibt es ja auch noch! Wenn ich das jetzt nicht erwähnt hätte… Aber ehrlich, mir wäre das Finale auch total entgangen, wenn man mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätte. Wolfsburg gegen Hannover, auch noch ein Derby! Wird das im TV übertragen? Und wo?

Der genau Termin wäre mir tatsächlich auch entgangen, aber da verlasse ich mich eh immer drauf, dass ich das tagesaktuell oder ein paar Tage vorher im Internet lese. Dass jetzt aber nicht gewusst wird, ob das Spiel übertragen wird, ist ganz bitter für den Wettbewerb. Ich zweifelte in der Folge auch kurz, ein Blick auf die Premiere-Homepage ergab aber Entwarnung: alles wie jedes Jahr, Premiere überträgt das Spiel.

Aber sonst? Sportal-Ticker anscheinend Fehlanzeige, da gibt’s nur die beiden Ligaspiele. Fanradio-Übertragung hab ich jetzt auch nicht gefunden, was ich nur bedingt verstehen kann. Die Jungs aus Hannover machen zwar eigentlich nur Heimspiele, aber die Distanz sollte zu überbrücken sein. Auch das spricht Bände für die Wertigkeit. Aber sei’s drum, ich kenne das ja von haimspiel.de, wir haben uns 2007 auch nur zum Finale nach Mannheim bequemt, weil die saisonalen Kosten eh hoch genug sind.

Bleiben noch die Profis und siehe da: Hit-Radio antenne Niedersachsen überträgt das Spiel per Stream – ob komplett oder nur in Teilen ist leider nicht ersichtlich. Ich würde aber auf komplett tippen.

Was verbleibt also aus Medien-Sicht vom DEB-Pokal 2009? Eine Live-Übertragung im Pay-TV, ein Radio-Stream im Internet, vielleicht ein Ticker oder zwei irgendwo und morgen ein paar Dreizeiler in der Tages- und Onlinepresse. Das ist nicht genug, um diesen eigentlich hochinteressanten Wettbewerb am Leben zu halten.

Eigentlich würde ich jetzt auf die vorbildliche Einführung der Champions Hockey League verweisen, aber viel Geld wird man in Zeiten der allgemeinen Wirtschaftskrise nicht auftreiben können. Schon garnicht für ein Produkt, das bisher eher stiefmütterlich behandelt wurde.

Update: spox.com hat tatsächlich einen sehr ansehnlichen Artikel über den Gastgeber und dessen Werdegang verfasst.

Trotz Ligapause in Europa haben es die Eishockeygötter gut mit uns Eishockey-Verrückten gemeint und bescheren uns Eishockey satt im TV-Programm – NHL, das Olympia-Qualifikationsturnier in Hannover, 2. Liga sowie ein neues Magazin-Format.

Der “Männersender” DMAX testet den Markt für sein neues Magazin “Eishockey Action – Tore, Checks und Raufereien” morgen mit einer Pilotsendung. Sollte diese erfolgreiche laufen, werden weitere Folgen produziert. Verantwortlich für das Magazin zeichnet sich DONAU TV, die auch seit knapp 2 Jahren das 2.-Liga-Magazin für das DSF betreuen. Wie genau “Eishockey Action” aussehen wird, scheint bis morgen Abend um 18:10 Uhr ein Geheimnis zu bleiben:

Was den Inhalt betrifft, so möchte sich DONAU TV-Geschäftsführer Thomas Eckl aber noch nicht allzu sehr in die Karten blicken lassen: „Nur so viel sei gesagt, es kommen alle Fans der schnellsten Mannschaftssportart der Welt auf ihre Kosten. Es wird neben harten Checks, tollen Toren, fantastischen Paraden und Schlägereien auch sonst noch den ein oder anderen Augenschmaus geben – besonders für Männer“, verrät Eckl mit einem Augenzwinkern.

Quelle: bildschnittblog.tv
Na wenn da mal keine halbnackten bis nackten Frauen gemeint sind…

Das Eishockey-Programm des TV-Wochenendes im Überblick:

Samstag, 07.02.2009

  • 01:00 Buffalo Sabres – Montreal Canadiens /live ESPN America
  • 15:00 Deutschland – Japan /Zusammenfassung DSF
  • 15:25 Österreich – Deutschland /live DSF
  • 18:10 Eishockey Action – Tore, Checks und Raufereien /DMAX
  • 20:30 Magazin zur 2. Bundesliga, 43. Spieltag /DSF

Sonntag 08.02.2009

  • 01:00 Montreal Candiens – Toronto Male Leafs /live ESPN America
  • 04:00 Vancouver Cannucks – Chicago Blackhawks /live ESPN America
  • 17:00 Deutschland – Slowenien /live DSF
  • 18:30 Pittsburgh Penguins – Detroit Red Wings /live ESPN America

Fußnote des Tages:

ESPN America ist das, was bis zum 1. Februar noch NASN hiess. Geändert hat sich ausser Namen und Design offensichtlich erstmal nix. Wer mehr über die Hintergründe der Umbenennung erfahren möchte, dem lege ich den Blogeintrag “Good-Bye NASN, Hello ESPN America” auf allesaussersport.de zu Herzen.

Und da mir hier in den Kommentaren schon unterstellt wurde, dass ich die Lust am Eishockey verloren hätte, trete ich den Gegenbeweis an. Ich hab mich zwischenzeitlich mal wieder selber auf das Eis gewagt, das Video dazu gibt es auf www.haimspiel.de zu sehen. Ich bin derjenige, welcher bei der Ansprache vorher für viel Belustigung sorgt ;)

Dieses Mal hätte ich es echt fast vergessen, aber hier ist – wie immer – die Tabelle des letzten Monats:

  G Won Lost Pts. G GA GDif Sp. in OT/SO
Hamburg 12 8 4 24 40 33 +7 0-0
Wolfsburg 11 6 5 20 44 25 +19 0-2
Berlin 10 7 3 20 43 28 +15 1-0
Düsseldorf 10 6 4 19 30 23 +7 0-1
Hannover 10 6 4 19 30 30 0 1-2
Krefeld 10 6 4 17 42 30 +12 2-1
Nürnberg 11 6 5 17 29 30 -1 1-0
Ingolstadt 11 6 5 17 34 36 -2 1-0
Augsburg 10 5 5 15 28 30 -2 1-1
Straubing 10 5 5 14 27 30 -3 1-0
Mannheim 11 5 6 14 28 34 -6 2-1
Iserlohn 11 3 8 13 32 35 -3 0-4
Kassel 11 5 6 13 40 47 -7 3-1
Frankfurt 10 4 6 12 22 26 -4 0-0
Duisburg 10 3 7 10 25 48 -23 0-1
Köln 10 3 7 8 21 30 -9 2-1

Gespielte Spiele: 84
Spiele in OT/PS: 15
Gesamte Tore: 515
Tore pro Spiel:6,13

Auffälliges:

  • Wolfsburg war das torgefährlichste Teams mit 44 Toren
  • Duisburg hatte mit 48 Stück die meisten Gegentore kassiert
  • Köln hatte die schwächste Offensive mit nur 21 eigenen Treffern
  • Düsseldorf war mit lediglich 23 Gegentreffern erneut das defensivstärkste Teams
  • Wolfsburg hatte mit +19 die beste Tordifferenz, Duisburg mit -23 die schlechteste
  • Iserlohn und Kassel mussten je 4 mal in die Verlängerung / ins Penalty schiessen, Kassel konnte hierbei 3 Siege einfahren bei nur einer Niederlage, Iserlohn hingegen konnte sich nie den 2. Punkt sichern
  • Garnicht in Verlängerung oder Penaltyschiessen mussten Hamburg und Frankfurt

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