Aug
5
Ich habe mich gestern abend dabei erwischt, wie ich die Sportschau gesehen habe. Die Sendung, in der es nur um den DFB-Pokal ging. Fußball. Mag ich doch eigentlich garnicht. Ist die Sommerpause mir jetzt schon so auf’s Gemüt geschlagen, dass ich mich mit irgendeiner Mannschaftssportart zufrieden gebe? Naja, ab und an muss man halt auch mal über den Tellerrand schauen und dabei fiel mir auf, warum der DEB-Pokal zum scheitern verurteilt sein könnte.
Nein, es liegt nicht nur an den unattraktiven Dienstagsterminen, zu denen der Pokal üblicherweise stattfindet. Es liegt nicht nur daran, dass die Underdogs eigentlich nicht über die 1. Runde hinauskommen können, weil die Leistungskluft zwischen DEL und Oberliga einfach schon gigantisch ist. Es liegt nicht nur an der Übersättigung, die durch diese paar Spiele plus fast 60 Saisonspiele entsteht. Naja gut, irgendwie doch auch, denn es fehlt das Besondere. Das, was den Pokal im Fußball zum Mythos macht und zu einem anerkannten und durch alle Ligen hindurch ernstgenommen Wettbewerb.
Im Fußball gibt es 34 Spieltage an dessen Ende die Meisterschaft steht. Die Spiele enden für die Vereine mit einem Sieg, einer Niederlage oder – einem Unentschieden. Im Pokal ist das anders, dort muss es einen Sieger geben, der in die nächste Runde einzieht und dieser Sieger wird ermittelt durch Verlängerung oder gar Elfmeterschiessen. Das ist etwas ganz anderes als im Ligaalltag, das ist neu, das ist spannend, das ist interessant. Das gibt es sonst nur bei Europa- oder Weltmeisterschaften. Im Clubfußball bestenfalls noch in den späteren Runden der internationalen Wettbewerbe. Und im DFB-Pokal gibt es diese Spannung dann für alle – auch die kleinen Vereine, die niemals auch nur an internationalen Wettbewerben schnuppern werden – im Schnitt einmal in eineinhalb Monaten.
Ganz anders im Eishockey. Verlängerung? Penaltyschiessen? Kennen wir zu Genüge aus der regulären Saison. Spiele die unentschieden enden? Gibt es nicht, auch wenn es sich manchmal so anfühlt und vielleicht auch verdient wäre, aber die Punkteteilung ist immer vorhanden. Im Pokal gibt es also dieselbe Einheitskost wie im Ligaalltag – keinerlei Abwechslung.
Vielleicht sollte man das Penaltyschiessen im Pokal – analog zu den Playoffs ab der kommenden Saison – abschaffen und so einen Hauch der besten Jahreszeit im Eishockey in die reguläre Saison einziehen lassen. Aber ich höre alle Verantwortlichen schon im Chor schreien: DIE MEHRBELASTUNG! Und wenn man das alles konsequent durchdenkt, kommt man zu dem Schluss, dass der aktuelle Spielmodus in der DEL dringend einer Überarbeitung bedarf. So wird es vermutlich eh kommen zur Saison 2008/2009, wenn die Liga endlich 16 Teams haben wird. Und dann sollten die Verantwortlichen auch darüber nachdenken, wie man im harten Ligaalltag einen attraktiven Platz und Modus für den DEB-Pokal findet. Verdient hat er es.
Kommentare
2 Kommentare zu “Die Erfolglosigkeit des DEB-Pokals”
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Stimmt schon alles so.
Man muss aber auch mal die Mannschaften sich zur Brust nehmen. Beim DEB Pokal werden noch zu oft die Stars weggelassen und kriegen eine – wenn auch verdient – Pause. Das ist das größte Problem. Vereine sind nicht mit Leidenschaft dabei. Wenn ich sehe, dass gestern beim Spiel Wehen gegen Stuttgart vier rote Karten verteilt wurden. Das ist Kampf, Einsatz und einfach nur ein hitziges Spiel. Die Spieler nehmen den DFB Pokal ernst. Das ist im Eishockey leider noch nicht so.
Aber wie du auch schon richtig erwähnt hast, muss es sich wirklich erstmal entwickeln, wer weiß wie das in 2-3 Jahren aussieht. Die DEL sollte auch daran interessiert sein, ein vernünftiges “Preisgeld” auszuschreben.
[...] aber kommt man an SEINEN Verein? An SEINE Sportart? Das ist meist begründet durch das private Interesse , oft aber auch durch die regionale Herkunft und die Abhändigkeit davon, welche Sportart in der [...]