Okt
7
Der “War Room” in Toronto
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Wenn hier zur Zeit der NHL-Anteil der Beiträge etwas höher ist, liegt es einfach daran, dass “drüben” die Saison grade losgegangen ist und ich dadurch den totalen Eishockey-Overkill erlebe. Das Internet ist einfach eine geniale Sache und auch NASN, das ich seit September empfange, trägt seinen Teil dazu bei, dass ich grade mit Eishockey fast reizüberflutet werde.
Zum Thema: der etwas martialisch betitelte “War Room” in Toronto ist die Schalt- und Walt-Zentrale der NHL an Spieltagen. Dort wird jede strittige Schiedsrichterentscheidung sofort nochmal kontrolliert, der Videobeweis wird hier durchgeführt und sowieso haben die Mitarbeiter dort jedes Spiel live auf dem Schirm. Ein Traum für jeden Eishockeyfan sozusagen. Evan Grossmann ist Fan und hat heute Nacht, am mit 14 Partien vollgepacktesten Spieltag der NHL Saison, die einmalige Chance bekommen live im War Room dabei zu sein und das allerbeste daran: er bloggt seine Eindrücke live. Einfach auf diesen Link klicken und nachlesen.
Bisher liest es sich wirklich sehr interessant und die Nacht hat grade erst angefangen.
Man kann sich den War Room kaum vorstellen, wenn man ihn nichtmal ansatzweise gesehen hat. Vor der “as live”-Übertragung des Spieles Detroit gegen Anaheim lief auf NASN eine ca. 5 minütige Reportage über eben diesen Raum in Toronto und es waren wirklich fantastische Einblicke. Was die NHL sich da aufgebaut hat ist ein kleiner Traum für technikbegeisterte Menschen und war sicher nicht ganz billig. Um mal eine Vorstellung von den Dimensionen zu bekommen, mit denen die NHL hier Aufwand betreibt: in sämtlichen Arenen der NHL werden zur Zeit neue HD-fähige Kameras installiert, deren Bilder dann in Toronto zusammen laufen. Das Ganze kostet so um die 4 Mio$, also in etwa soviel wie der neue Videowürfel in der Kölnarena. Und hierzulande gibt es DELTV, zu dem die Vereine die Aufnahmen stellen müssen und es demzufolge nicht aus allen Stadien Bilder gibt, nichtmal aus der Hälfte der Hallen sogar…
Okt
4
Akzeptanz der Schiedsrichter
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Ein ganz interessantes Interview mit Stephen Walkom, Director of Officiating in der NHL gibt es auf eishockey.com zu lesen. Und eine exzellente Frage des Interviewers noch dazu:
Es fällt auf, dass die Akzeptanz gegenüber den Schiedsrichter in der NHL wesentlich höher ist als in den Profiligen in Europa, wo mehr reklamiert und mit dem Schiedsrichter diskutiert wird. Woran könnte das liegen?
Walkom: Ich beobachte das Geschehen dort natürlich zu wenig, um Vergleiche anzustellen. Wenn ich aber von uns ausgehe, dann ist zu sagen, dass wir uns über Jahre hohe Standards in der Aus- und Weiterbildung unserer Schiedsrichter erarbeitet haben, so dass die Qualität der eingesetzen Leute stimmt. Ich darf auch hervorheben, dass wir es geschafft haben, trotz der teilweise unterschiedlichen Charaktere der Schiedsrichter, weitgehend einheitliche Linien bei der Spielleitung durchzusetzen. Die Spieler und Trainer wissen zum Beispiel und konnten sich darauf einstellen, dass seit ein paar Jahren bei bestimmten Vergehen sehr kleinlich gepfiffen wird. Wird das auch von allen umgesetzt gibt es kein Problem. So bald es hiervon aber Abweichungen geben sollte, wäre es nicht mehr tragbar und führt zu Unverständnis, Kritik und Diskussionen. Ich denke aber auch, dass der sachliche Dialog zwischen den Beteiligen, den wir sehr intensiv pflegen, ebenfalls sehr viel zur gegenseitigen Akzeptanz beitragen kann.
Ich will mich garnicht lange über die hiesigen Schiedsrichter auslassen, dazu finde ich sicher an anderer Stelle noch einmal die Zeit, aber liebe DEL, lieber DEB:
- hohe Standards in der Aus- und Weiterbildung unserer Schiedsrichter
- weitgehend einheitliche Linien bei der Spielleitung durchzusetzen, trotz der teilweise unterschiedlichen Charaktere der Schiedsrichter
- sachlicher Dialog zwischen den Beteiligen, der sehr viel zur gegenseitigen Akzeptanz beitragen kann
All das wären Punkte, die auch dem deutschen Schiedsrichterwesen gut zu Gesicht stünden. Ganz klar muss man beim letzten Punkt ebenso die Spieler, Trainer und sonstigen Offiziellen in die Pflicht nehmen, genau so müssen DEB/DEL und vor allem die Schiedsrichter den offenen Dialog suchen und annehmen, auch wenn das manchmal unangenehm sein mag.
Okt
3
Noch ein “Tagebuch”
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Aber diesmal ein echtes und das könnte durchaus interessant werden. Marcel Goc, seines Zeichens deutcher Export in die NHL und dort inzwischen auch als Stammspieler in der 3./4. Reihe etabliert, hat gestern angefangen zu bloggen. Zu finden ist das ganze auf der Homepage seines Vereins, den San Jose Sharks.
Im seinem ersten Beitrag schreibt er auch gleich etwas über seine beiden Landsmänner und Torhüter Dimitri Pätzold und Thomas Greiss, die sich bis vor wenigen Tagen noch einen Kampf um die Backup-Position bei den Sharks lieferten.
It was fun watching Thomas and Dimitri play for the backup goalie job. I’ve played with Dimitri on national teams since I was 15. I heard about Thomas a lot because he is the same age as my younger brother. The first time I really met him was at the Olympics in Torino. They will both be playing in the NHL some day.
Man darf gespannt sein, wieviel Marcel in seinem Blog aus dem Nähkästchen plaudern wird…